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DIE PROVINZ LÜTTICH: RADSPORTREGION

Die Provinz Lüttich ist sehr aktiv im Bereich Sport und Großveranstaltungen. Dabei steht das Radfahren an oberster Stelle. So war es damals und so ist es auch heute noch.

Die Ardennenklassiker und die 3 großen Radtouren

„La Doyenne des Classiques“, Lüttich-Bastogne-Lüttich, ist unter den Eintagesrennen schon zu einer Institution geworden. Das Radrennen wurde erstmals am 29. Mai 1892 unter dem Titel „Liège-Bastogne et retour“ (dt.: Lüttich-Bastogne und zurück) ausgetragen und feiert daher 2017 sein 125. Jubiläum.

Seit 1936 hat die „Flèche Wallonne“ sich eine Sonderstellung unter den internationalen Klassikern gesichert. Aufgrund der Ankunft in Huy (Mur de Huy) erhält die Provinz Lüttich einen festen Platz im Terminkalender der großen Sportereignisse.

Neben der regelmäßigen Durchfahrt der Tour de France, mit zwei Grands Départs 2004 und 2012, hat die Provinz Lüttich auch die Ehre gehabt, 2006 den Start des Giro und 2009 die 
Durchfahrt einer Etappe der Vuelta auszurichten.

Die Organisation von Großveranstaltungen dieser Art durch die Provinz Lüttich bringt wirtschaftliche Auswirkungen mit sich und festigt das Image der Provinz auf internationaler Ebene. Mehrere Studien haben sich mit den positiven Effekten solcher Großveranstaltungen auf die Region befasst.

Diese Steigungen sind Kult für Radsportfans

Was wären die Radrennklassiker ohne die Erinnerung an historische Momente vergangener Rennen - und die dazugehörigen Orte. Die Mauer in Huy, die Steigungen Côte de la Redoute, Côte du Stockeu, Côte de la Haute Levée, Côte de la Roche-aux-Faucons, Côte de Saint-Nicolas oder die Pässe Col de Maquisard und Col du Rosier sind jedem Radsportfan ein Begriff.

Radtourismus mit der Familie

Diese bekannten Steigungen werden natürlich von auch von Amateursportlern befahren; außerdem spielt der Rad- und Familientourismus in der Provinz Lüttich eine bedeutende Rolle. Derzeit wird ein Netzwerk mit Knotenpunkt-Markierungen erarbeitet, ebenso wie ein Netzwerk für Radtouren. Die zahlreichen Veranstaltungen zum Beau Vélo de Ravel der RTBF haben Tausende von Teilnehmern motiviert, in der Provinz Lüttich Rad zu fahren (Jehay 2015, Lüttich 2016, Dison 2017).

Sportliche Ausbildung von Kinder und Jugendlichen

Neben Großveranstaltungen und Radtourismus setzt sich die Provinz Lüttich auch im Bereich der sportlichen Ausbildung von Kindern und Jugendlichen ein. Zu diesem Zweck bietet sie mehrere Initiativen an. 

In der Sportakademie der Provinz (Informationen) können rund 4.000 Kinder und Jugendliche von 4 bis 16 Jahren auf spielerische Weise mehrere Sportarten entdecken und ausüben. Zu den Sportarten gehört das „klassische“ Fahrradfahren, doch auch BMX/MTB-Fahren wird angeboten.

Außerdem wird Sekundarschülern eine Abteilung „Radsport-Studium“ (Informationen) durch das Provinzinstitut für Sekundarunterricht in Seraing angeboten. Diese Schüler können unter anderem die provinziale Radrennbahn in Alleur benutzen (Informationen), eine einzigartige Infrastruktur, die von der Provinz Lüttich erbaut wurde und verwaltet wird. 

Radrennbahnen und Fahrradfabriken: Lüttich als Vorreiter

Der Großraum Lüttich war das erste Gebiet in Belgien, im den sich Radrennbahnen befanden. Die Boverie-Radrennbahn wurde am 12. Juli 1891 eröffnet, hinter dem heutigen Standort des Museums „La Boverie“. Sie wurde 1904 abgerissen, um Platz für die Weltausstellung 1905 zu machen. Hier wurde durch die Wegbereiter der Liège Cyclist‘s Union auch der Fußball eingeführt: 1892 wurde der FC Lüttich gegründet. Diese Gründung fand nur wenige Wochen nach dem ersten Radrennen „Liège-Bastogne et retour“ statt, gemeinsam mit dem ehrwürdigen Lütticher Pesant Club, der auch heute noch mit dem Radrennen in Verbindung gebracht wird, dem Lütticher Safety Club und dem Velocemen Club aus Wandre, die beide heute nicht mehr bestehen.

Die Radrennbahn in Rocourt wurde von 1921 bis zu ihrem Abriss 1994 auch durch diesen  Fußballclub genutzt. Mehrere Ankünfte von Lüttich-Bastogne-Lüttich sowie 4 Radbahn-Weltmeisterschaften (1950 – 1957 – 1963 – 1975) wurden dort ausgetragen.

Viele erinnern sich heute nicht mehr daran, aber der Großraum Lüttich war einst Sitz vieler Fahrradfabriken, als dieses Transportmittel zum Ende des 19. Jahrhunderts sehr beliebt wurde. Dazu zählten unter anderem die Fabriken Sarolea, Legia und die Fabrique Nationale, die Fahrräder in Serienproduktion herstellten, sowie der Lütticher Reifenhersteller Englebert, der seine Produktion um vielseitiger ausgestattete Fahrräder erweiterte.